Ketogene Ernährung: Das sollten Sie wissen

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Ernährungswissenschaftlerin und Diätassistentin Nicole Erickson arbeitet am Krebszentrum der Universitätsklinik München. Sie leitet das onkologische Ernährungsteam und hat die Erfahrung gemacht, dass sehr viele Patienten nach zuckerfreier Ernährung fragen. “Die meisten Patienten wollen selbst etwas zu ihrer Genesung beitragen. Doch eine zuckerfreie Ernährung ist sehr schwer umsetzbar und nach Studienlage auch nicht der richtige Weg”, sagt die Expertin.

In der Ernährungsberatung geht die Diätassistentin individuell auf die Situation des Patienten ein. “Die Patienten müssen jedoch wissen, dass sie mit ihrer Ernährung das Tumorwachstum nicht beeinflussen können,” so die Ernährungswissenschaftlerin. Ziel einer guten Ernährung während der oft kräftezehrenden Therapie ist es, dass der Patient sich körperlich gut fühlt und das Gewicht stabil bleibt. “Patienten mit einem guten Ernährungszustand haben eine bessere Prognose”, erklärt auch Kühn.

Was kann eine ketogene Ernährung bewirken – und was nicht? 

Sie wird unter Aufsicht von Ärzten und Diätassistenten bei einigen wenigen Krankheiten angewandt. “Es gibt seltene, angeborene Stoffwechselerkrankungen, bei denen diese extreme Diät notwendig ist, um zu überleben”, erklärt Erickson. Auch bei kindlicher Epilepsie kann die Stoffwechselumstellung im Körper die Häufigkeit der Anfälle mindern.

“Die Diät ist jedoch nur angezeigt, wenn Medikamente bei Kindern nicht anschlagen”, sagt Erickson. Im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Arbeit hat sich die Ernährungsexpertin mit der ketogenen Diät in Bezug auf Krebs intensiv beschäftigt und ist zu dem Schluss gekommen: “Bei Krebs rate ich dringend von einer kohlenhydratarmen oder gar ketogenen Ernährung ab. Viele Patienten denken, dass damit dem Tumor die Grundlage entzogen wird, doch das stimmt nicht. Tumorzellen sind sehr anpassungsfähig. Sie können sich auch von Eiweiß und Fett ernähren.”

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